Mit dem Bus nach Florenz – die Perle der Toscana

Angereist sind wir mit einem Bus, den wir günstig über eine Mitfahrzentrale organisiert haben. So ging es los mit dem Bus zur Mittagszeit, die Alpen wurden leider verschlafen und am nächsten Morgen waren wir schon auf dem Stiefel. Allerdings haben wir uns nicht in Florenz einquartiert, sondern in Livorno bei Pisa. Mit dem Bus oder einer Fahrgemeinschaft sind wir nach Florenz gefahren. Wer mal in Deutschland im Sommer auf Neuschwanstein oder in der Heidelberger Fussgängerzone war, der ahnt, was das Wort Masse bedeutet. Florenz ist so überlaufen, dass auch viele Strassen gesperrt worden sind zum Schutz. Ein Hotel wird wohl auch nicht einfach ohne Reservierung zu finden sein. In Livorno haben wir sofort eine reizende Pension im Hafen gefunden. Leider sollte man auch in Italien italienisch sprechen können, denn ausserhalb der Touristenzentren wird kaum deutsch gesprochen. Außerdem ist der Kontakt viel einfacher und ein „Dove posso trovare una camera d’albergo?“ führt immer zu einem guten Hotel. Manchmal haben solche Hotels nicht mal ein Namensschild, dafür aber eine romantische Dachterrasse, riesige Betten und einen Espresso am Morgen, denn in Italien wird selten gefrühstückt. Deswegen werden Zimmer auch ohne Frühstück vermietet.

Urlaub auf dem Bauernhof in der Toscana

Berühmt in Deutschland seit den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts ist der Urlaub auf dem Bauernhof im Sommer in der Toscana. Auf dem Weg nach Florenz sehen wir am Strassenrand jede Menge Schilder mit Werbung. Zum Mittagessen sind wir auch mal eingekehrt auf so einem Hof. Es gibt fast immer Kulturprogramm, wie Maskenbau oder Oberton singen und die Gäste verpflegen sich selbst. Das ist preiswert und originell. Es gibt auch das Angebot gegen Mithilfe auf dem Acker kostenlos auf einem Bauernhof in der Toscana zu wohnen und gleichzeitig dort Urlaub zu machen.

Das Stadtbild von Florenz

Kathedrale Santa Maria del Fiore

Kathedrale Santa Maria del Fiore

Egal ob die Anreise mit dem Flugzeug, mit dem Zug oder mit dem Auto erfolgt. Wer Florenz erreicht wird zuerst die Kuppel der bekanntesten Kirche der Stadt sehen und bewundern: Die Kathedrale Santa Maria del Fiore oder Cattedrale di Santa Maria del Fiore. Die Kathedrale ist auch der beeindruckende Sitz vom Bischof von Florenz. Kirchen in Italien sind beeindruckender als manches Schloss oder manche Burg in Deutschland. Auch das Ulmer Münster oder der Kölner Dom können den Kathedralen von Italien nicht mal ansatzweise das Wasser reichen. Cattedrale di Santa Maria del Fiore ist über 800 Jahre alt. Seit dem 13. Jahrhundert wird an dem Dom gebaut und heute ist die Kirche die viertgrösste Kathedrale in Europa. So ist allein das Kirchenschiff mehr als 150 Meter lang, wer mal hechelte in der Schule nach dem 100 Meter Lauf, der weiss, das ist eine riesige Strecke.

Cattedrale di Santa Maria del Fiore

Kathedrale Santa Maria del Fiore

Kathedrale Santa Maria del Fiore

Baden kann der Tourist beim Bestaunen der Kunstwerke in den Mauern und Türmen der Kirche in seligen Gedanken. Denn das Auge wird allein beim Betrachten der Kirche herausgefordert. Wer mal in den Büchern schmökert, der kann nachlesen, welche raffinierten Tricks die Architekten schon vor 500 Jahren nutzten, um zum Beispiel in solchen Gebäuden die Klimaanlage zu ersetzen. Wir haben uns von den Reiterstandbildern anziehen lassen. Klein und unscheinbar wirken sie neben der gigantischen Kirche. Aber sie haben spannende Gesichter, die Reiter. Wer sich in Geschichte auskennt, wird jetzt auch an den Bamberger Reiter denken. Und auch hier, die Reiter wandern. Im Laufe der Jahrhunderte wechseln Position, Gesichtsausdruck und auch die Perspektive. Auch wurde mal eine Reiterstatue durch ein Reiterbild ersetzt und dann wieder wurde das Bild durch eine Statue ersetzt. So lebt der Dom durch die Jahrhunderte und aus den Veränderungen lässt sich die Geschichte von Italien ablesen.

 Reiterstatue von Cosimo I. de’ Medici auf dem Piazza della Signoria


Reiterstatue von Cosimo I. de’ Medici auf dem Piazza della Signoria

Mathematiker werden ihre Freude haben an den Reiterstatuen. Denn die Architekten von damals haben Unmengen von optischen Täuschungen in ihre Kunstwerke eingebaut. Dem Besucher bieten sich dadurch raffinierte optische Effekte. Einfach das Pferd von allen vier Seiten betrachten und die Statue wird sich scheinbar bewegen. So sind die Fresken, wir waren schon in Rom gewesen, farbiger als jeder 3D Film und auch unterhaltsamer in der Cattedrale di Santa Maria del Fiore. Die Maler spielen auch hier mit Perspektiven und machen aus Bildern Animationen. Einfach durch die Kirche laufen und Bilder dabei im Auge behalten.

Die Altstadt von Florenz

Zwischen den besuchen der Stadtgeschichte schlendern wir durch die Altstadt von Florenz, wobei wir eher durch ein Museum schreiten, als durch eine Weltstadt zu strömen. Jede Menge Restaurants laden ein im Hinterhof oder auf einer Terrasse zu speisen.

Ponte Vecchio in Florenz

Ponte Vecchio in Florenz

Spezialitäten in der Toscana oder in Florenz sind unter anderem der Chianti. Natürlich wird er dort auf dem Weingut ganz anders schmecken, als wenn Sie ihn in einem deutschen Supermarkt gekauft haben. Probieren Sie einfach mal: Scottiglia, Gnudi burro e salvia, Pappa al pomodoro, Panforte, Necci oder Pecorino. Allein die Namen zu sagen ist fast ein Opernbesuch. Lernen Sie italienisch, der Urlaub wird ein Musical sein, denn Italiener singen auch mit den Händen beim Reden.

Palazzo Pitti

Palazzo Vecchio

Palazzo Vecchio

Wer Denver Clan, Dallas oder House of Cards kennt, der muss diesen Palast besuchen. Denn hier ist das Vermögen der Medici aufgetürmt und dann würde auch JR in Dallas vor Neid erblassen. Allein der Garten ist mehr ein Erlebnispark alla Disneyworld, allerdings mit Patina und es riecht im Garten besser als im Parfumgeschäft. Ideal ist ein Besuch vom Garten am frühen Morgen, bevor es heiß wird. Wir haben uns im Palast weniger das Gold und die Diamanten angeschaut, uns begeisterten die Kostüme. Spannend wie sich der Adel damals angezogen hat. In jedem Fall war die Ankleide eine Prozedur und das auch noch im heißen Italien. Alle Stoffe, in allen möglichen Verarbeitungen, sind zu bestaunen und wer ein Buch im Palazzo sucht, die Medici Bibliothek hat es.

Giardino di Boboli

Den Spätnachmittag haben wir meist in diesem Park verbracht. Studenten haben uns viel erklärt, denn nicht nur Kunst und Freiluftmuseum ist hier zu finden. So haben wir eine Grotte gefunden, die uns an die Höhle von Ludwig II erinnert. Dieser hat sich ein Theater unter der Erde bauen lassen und auch diese Grotte ist ein Kunstevent unter der Erde. Einzigartig wurden hier Natur und Kunst verbunden.

Abend am Meer in Livorno

Nach Sonnenuntergang ging es zurück nach Livorno. Ab und zu war außer dem Abendessen noch ein Bad im Meer drin und kostenlos verwöhnte uns dabei der Vollmond.